Gentherapie

Bislang gibt es keine spezifische Therapie gegen Blauzapfenmonochromasie, aber die in neuerer Zeit erzielten gentherapeutischen Fortschritte bei einigen Netzhauterkrankungen (Lebersche kongenitale Amaurose und Chorioideremie) geben Anlass zur Hoffnung auf einen derartigen Ansatz auch bei Blauzapfenmonochromasie. Applied Genetic Technologies Corporation (Nasdaq:AGTC), ein auf dem Gebiet der Biotechnologie tätiges Unternehmen, das klinische Studien am Menschen zur Erprobung der Gentherapie mit adeno-assoziierten Viren (AAV) bei der Behandlung von seltenen Augenkrankheiten durchführt, und BCM Families Foundation, eine gemeinnützige Organisation, deren Zweck die Suche nach Behandlungsmethoden für Blauzapfenmonochromasie (BCM) ist, haben heute ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung einer Gentherapie für diese Krankheit angekündigt.

Bei einer Gentherapie wird ein zur Replikation unfähiges (also unschädliches) Virus, das als Vektor dient, in die Netzhaut injiziert, um ein spezifisches Gen in die Zellen des Patienten einzuschleusen. Das injizierte Virus infiziert die Zapfen, indem es dort die richtige genetische Sequenz einfügt, also jene, die sich in einem gesunden Menschen befindet. Diese Sequenz ersetzt nicht die mutierte Kopie des Gens im Kern der Zapfen des Erkrankten, sondern ergänzt die nicht funktionierende Kopie und versetzt die Zapfen dadurch in die Lage, das bislang fehlende Protein zu synthetisieren und den Defekt zu korrigieren.

Gene Therapy-1
Step 1: Scientists modify an adeno-associated virus (AAV) — a common virus that is not known to cause any disease in humans— by stripping out what’s on the inside of the virus and replacing that with a functioning copy of a L-opsin or M-opsin gene.

Gene Therapy-2
Step 2: When doctors inject intravitreally the modified (AAV) vector— in a patient’s eye, it travels into the patient’s retinal cones cells. Once inside cones, the vector passes on the functioning copy of the L-opsin or M-opsin gene the BCM patient needs, which was harbored in the AAV vector.

Die mit der Gentherapie vorgenommene Korrektur wird nicht auf die nachfolgenden Generationen weitervererbt, weshalb diese sich ebenfalls einer solchen Behandlung unterziehen müssen.

Bei Leberscher kongenitaler Amaurose und Chorioideremie wurden nach Laborstudien und nachgewiesener Wirksamkeit im Tiermodell klinische Versuche eingeleitet, bei denen zahlreiche Patienten aus mehreren Ländern erfolgreich behandelt wurden.

Für Blauzapfenmonochromasie haben Wissenschaftler ein Tiermodell entwickelt und begonnen, die Gentherapie an diesem Modell zu untersuchen.
Weiterführende Informationen zum Thema Gentherapie und AAV-Virus finden Sie auf dieser Website.

Ein Tiermodell für Blauzapfenmonochromasie
In der wissenschaftlichen Literatur finden sich zahlreiche Artikel zum Tiermodell mit einer Blauzapfenmonochromasie ähnlichen Erkrankung.

– Xie B, Nakanishi S, Guo Q, Xia F, Yan G, An J, Li L, Serikawa T, Kuramoto T, Zhang Z. ‚A novel middle-wavelength opsin (M-opsin) null-mutation in the retinal cone dysfunction rat‘. Exp Eye Res. 91(1):26-33, 2010.

– Zhang, Z., Pang, J., Xia, F., Guo, Q., Li, L., An. J., Zhang, L., Hauswirth, W.W., Yang, S., Li, Z.’AAV-mediated Gene Therapy Restores Cone Function In A Rat With An M-cone Opsin Deficiency. A Model For Blue Cone Monochromacy‘

Nachstehend sind einige Artikel über die Ergebnisse der gentherapeutischen Behandlung von Daltonismus bei Primaten aufgeführt:

– Mancuso K, Hauswirth WW, Li Q, Connor TB, Kuchenbecker JA, Mauck MC, Neitz J, Neitz M, ‚Gene therapy for red-green colour blindness in adult primates‘. Nature 2009;461:784-787.

– Katherine Mancuso, Matthew C. Mauck, James A. Kuchenbecker, Maureen Neitz, and Jay Neitz ‚A Multi-Stage Color Model Revisited: Implications for a Gene Therapy Cure for Red-Green Colorblindness‘. 2010 R.E. Anderson et al. (eds.), Retinal Degenerative Diseases, Advances in Experimental Medicine and Biology 664.